Gelassenheit, Mut, Weisheit - wann im Leben hilft mir was davon?

Diese Zeilen aus Robert Niebuhrs Gelassenheitsgebet begleiten mich auf meinem Weg schon superlange. So oft wollte ich in der Vergangenheit, dass sich das, was andere Menschen vermeintlich über mich denken, verändert. Unbewusst hab ich mich so lange abgerackert, um zB endlich meinen Eltern und der Welt zu beweisen, dass ich anders bin als sie sagen. Jahrelang habe ich versucht, die gute Tochter zu sein, die meine Eltern wohl brauchen, um gesund und glücklich zu werden. Ich habe gestrampelt dafür, zu beweisen, dass ich stark, eigenständig und bloß keine Belastung bin. Und ich habe mich gedreht und gewendet, um für Chefs, Partner und Mitarbeiter gut und richtig zu sein.

Leider musste ich schmerzlich erfahren, dass all dieses Streben aussichtslos ist. Ich kann das, was andere Menschen über mich denken, nicht verändern! In der Welt dieser Person ist das so - aus welchen Gründen auch immer. Dieses Bild verändern zu wollen kostet unfassbar viel Kraft und Energie. Und es ist eine Einbahnstraße. Das gilt es hinzunehmen - so traurig und schmerzhaft es auch sein mag! Es gilt gelassen zu werden und hinzunehmen, dass die Meinungen anderer etwas sind, worauf wir keinerlei Einfluss haben.

Das Schöne ist aber, dass es sehr wohl Dinge gibt, auf die wir Einfluss haben. Und das sind unsere eigenen Gedanken, Worte und Handlungen! Und um die zu verändern braucht es keinen Kampf - sondern nur zwei Eigenschaften: Achtsamkeit und Mut!

Um so gelassen zu sein wie Andere mich heut oft beschreiben, musste ich lernen, meine Gedanken zu beobachten, meine Emotionen zu verstehen und mein tägliches Tun zu hinterfragen. Ich musste mutig sein, von mir selbst etwas anderes zu denken als zB meine Eltern, mein Partner oder meine Freunde. Ich musste mutig sein, auszusprechen, was wirklich meine eigenen Werte sind. Ich musste mutig sein, große Entscheidungen zu treffen. Und ich musste mutig sein, neue Dinge in mein Leben zu lassen und einigen Menschen den Rücken zu kehren.

Eine gesunde Balance zwischen Akzeptanz und Aktion zu finden ist für mich der Inbegriff von Freiheit und noch heute eine große Aufgabe.

Und Du?
Was musstest Du lernen zu akzeptieren?
Und wo konntest Du etwas verändern?

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