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Gibt es unsinnige Gefühle?

Manchmal mag ich es selbst kaum glauben, dass alle Gefühle einen Nutzen haben sollen!
Grad gestern ertappte ich mich dabei wie mir bei einem neuen Vortrag die Röte ins Gesicht stieg...
Spontan verdammte ich mein Schamgefühl und dachte „Was willst Du denn jetzt hier? Ich brauch Dich jetzt grad gar nicht! Du blockierst mich doch nur!“

Wie gut, dass ich nach meinem Vortrag ein wenig Zeit hatte, um mich hinzusetzen und mal in mich zu kehren. Also hörte ich mal in meine eigenen Tiefen uns Untiefen hinein. Wollte mich mein Schamgefühl wirklich blockieren? Wollte es wie ein Saboteur, dass ich einen schlechten Vortrag halte? Und wenn nicht: Was genau wollte es mir wohl eigentlich sagen?

Gefühle sind unser angeborenes Signalsystem. Sie sind unsere Überlebenshelfer.

Jedes Gefühl hat in seiner "Ursprungsfunktion" einen echten Sinn:

 

- Angst mobilisiert Energie und unterstützt uns, heil durch wirklich bedrohliche Situationen zu kommen.

- Traurigkeit hilft uns, Verluste zu verarbeiten und Liebgewonnenes loszulassen.

- Ärger will uns unterstützen, etwas zu verändern.

- Wut unterstützt uns, gegen etwas oder jemanden anzukämpfen, was unser Wohlbefinden behindert.

- Trotz will, dass wir zu unseren eigenen Bedürfnissen stehen und uns abgrenzen von Anderen.

- Neid lässt uns miteinander vergleichen und dadurch wachsen und weiterentwickeln.

- Scham will unsere Privatsphäre schützen und uns vor persönlichen Angriffen fernhalten.

- Schuld will uns davon abhalten, erneut etwas zu tun, was andere verletzt.

- Mitgefühl möchte, dass wir anderen kein Leid zufügen.

- Geborgenheit vermittelt uns ein Gefühl der Sicherheit

- Freude mobilisiert ein wohliges Körperempfinden, bei dem wir uns gut fühlen.

- Liebe hat den Sinn...ja, einfach Liebe zu sein!!!

 

Ich finde es unglaublich wichtig zu wissen, wozu die verschiedenen Gefühle wirklich im Ursprung in uns allen angelegt sind. Denn dann kann man sich auch gut die Frage stellen, warum man ein bestimmtes Gefühl in einem ganz konkreten Augenblick wirklich hat.

 

Mit dem Wissen, dass mein Schamgefühl aus dem Vortrag mich vor Ablehnung und persönlichen Angriffen schützen lassen will, lässt mich im Umkehrschluß mir selbst die folgenden Fragen stellen:

 

1.) Gab es in meinem Leben schon mal eine ähnliche Situation, wo ich tatsächlich angegriffen wurde?

2.) Wie sicher kann ich mir sein, dass mir das hier und heute wieder passiert?

 

Diese Auseinandersetzung mit meinen Gefühlen, lässt mich beim nächsten Vortrag dann schon viel eher gelassener werden. Weil ich mir die Fragen dann nicht erst im Nachgang stelle, sondern schon direkt, wenn ich merke, dass die Röte mir grad in´s Gesicht steigt.


Darüber hinaus machen uns unsere Gefühle übrigens auch noch auf unsere tiefen Wünsche und Bedürfnisse aufmerksam. Angst beruht häufig auf dem Bedürfnis nach Sicherheit oder Geborgenheit. Eifersucht will Dir sagen, dass Du grad Wertschätzung und Einzigartigkeit brauchst. Neugierde möchte Dein Bedürfnis nach Lernen, Wissen oder Entdecken stillen. Scham will Respekt, Zugehörigkeit oder Verbindung. Das Gefühl der Ungeduld mag, dass Dein Bedürfnis nach Effektivität befriedigt wird. Und Wut will, dass Deine Grenzen gewahrt werden und Dein Bedürfnis nach Verstandenwerden und Gerechtigkeit erfüllt werden.

Die Liste könnte ich noch endlos weiterführen. Du kannst aber auch woanders weiterlesen:

Gerlinde Ruth Fritsch hat das wundervolle, handliche Buch "Praktische Selbst-Empathie" (Jungfermann Verlag) geschrieben, dass ich Dir nur von ganzem Herzen empfehlen kann, wenn Dich Deine Gefühle und Bedürfnisse interessieren!


Ich hoffe, dass ich Dir aber bis hierhin schon einmal zeigen konnte, wie kostbar unsere Gefühle sind.

Sie wollen uns stets etwas Gutes. Also lasst uns alle aufhören, sie zu verdrängen!

Schau sie Dir an und frag Dich immer wieder, was sie Dir wohl sagen wollen!

Ich freu mich drauf, Dich dabei zu unterstützen, falls Du allein nicht weiter kommst!

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Alle Gefühle haben einen Sinn

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