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WARUM? DARUM! - Eine persönliche Sicht auf den Sinn unseres Seins

 

Vor Kurzem sagte eine Klientin zu mir: "Irgendwie fehlt mir in meinem Leben der Sinn. Ich bin die ganz Zeit so am Rotieren und weiß oft gar nicht, weshalb ich das alles tue. Ich glaub, mir würde es helfen, wenn ich eine Antwort auf dieses WARUM finden könnte! Eine große Antwort! Den Sinn des Lebens im Allgemeinen! Können wir daran arbeiten, Laura?".

Puuh, ich muss gestehen, dass ich auf diese Frage nicht sofort DIE eine Pauschalantwort geben konnte.

Ich verfüge als Coach zwar über viele Methoden und "Werkzeuge", um Menschen an ihre äußerlichen Ziele und Visionen heranzuführen und diese vielleicht auch erst herauszufinden, wenn sie noch nicht so offensichtlich sind. Aber an einen Glauben oder den Sinn unser aller Daseins hatte ich bis dato noch niemanden herangeführt.

 

Ich habe natürlich schon oft mit Freunden bei einem Glas Rotwein stundenlang unter dem Sternenhimmel philosophiert, warum wir eigentlich hier sind, und habe auch in meinen Workshops oft darüber gesprochen wie wichtig es ist, an etwas zu glauben. Aber so ganz kompakt, habe ich bisher tatsächlich noch nie auf die Frage geantwortet, was für mich ein sinnvolles Leben ist.

Also möchte ich Euch hier jetzt zum ersten Mal (so kurz und kompakt es geht) mein ganz eigenes "WARUM? DARUM!" beschreiben. Vielleicht inspiriert Dich das, an was ich glaube, ja auch. Eventuell ist es auch Deinem eigenen Glauben ganz nah. Oder Du merkst durch meine Worte, dass Du selbst an etwas komplett anderes glaubst. Auch das ist wunderbar. Ich finde, jeder sollte seine ganz eigene Sicht auf den Sinn seines Daseins herausfinden – denn es kann in jedem Fall ein Antreiber und ein „Glücklichmacher“ im Leben sein, an etwas zu glauben.

 

"Der Glaube versetzt Berge!" sagt ja schon ein altes Sprichwort. Und der Psychiater und Neurologe

Viktor Frankl, brachte die Wichtigkeit eines Lebens-Sinns folgendermaßen auf den Punkt:

"Wer ein WARUM zu leben hat, erträgt fast jedes WIE!"

Wer an etwas glaubt, ist gelassener und zufriedener - das ist inzwischen sogar mehrfach wissenschaftlich bewiesen. Viele Glücks-Forscher sprechen davon, dass ein fehlender Glaube heutzutage zahlreiche Menschen sehr unglücklich sein lässt. Menschen wollen sich an etwas festhalten. An einem Sinn. Einem Ziel.

Einem DARUM!

 

Viele von uns versuchen heutzutage allerdings ihren Sinn in äußeren Dingen zu suchen. In ihrem Job. In ihren sportlichen Aktivitäten. In ihren Lebensprojekten. In Reisen. In Schönheitswahn. In Äußerlichkeiten.

Ja klar, es kann einem Halt im Leben geben, an Arbeitszielen und Familienprojekten festzuhalten und diesen eisern nachzugehen. Aber ist das wirklich tief erfüllend und sinnvoll für uns?

Äußerlichkeiten sind ganz schön vergänglich und können unter Umständen von heute auf morgen wegbrechen. Wir können krank werden und dann nicht mehr arbeiten oder trainieren können. Geliebte Menschen können von uns gehen. Unsere Jobs können gekündigt werden. Das viele Geld kann an der Börse verloren gehen. Zuhause kann eingebrochen werden oder das Haus könnte sogar abbrennen. Oder, oder, oder,...

Und wenn das unser einziger Sinn im Leben war, dann rüttelt und schüttelt es uns ganz schön durch. Denn:

Der Sinn des Lebens ist nicht in Äußerlichkeiten zu finden!

Weder der Besitz von materiellen noch ein bestimmtes Leben nach immateriellen Werten anderer Personen ist der Kern unseres Seins. Natürlich ertappe ich mich selbst auch immer wieder dabei, mich von äußerlichen Faktoren begeistern zu lassen oder mich von bestimmten Bildern, die uns allen so tagtäglich von Medien, Freunden und Gesellschaft vorgelebt werden, beeinflussen zu lassen. Aber ich werde auch immer wieder darauf gestoßen, dass ein wirklich sinnvolles Leben für mich etwas anderes ist!

 

In allererster Linie gehe ich davon aus, dass wir Menschen (auch wenn wir es manchmal nicht wahrhaben wollen) Geschöpfe der Natur sind und (auch wenn man sich das in unserer trubeligen Welt fast nicht mehr vorstellen kann) den Gesetzen der Natur unterliegen. Und das bedeutet für mich knackig und kurz zusammengefasst erst einmal:

Der übergeordnete Sinn unseres Lebens ist die EVOLUTION!

Das Wort Evolution kommt übrigens aus dem lateinischen und bedeutet „auswickeln“ oder „entwickeln“.

Alle Lebewesen auf der Erde streben tief in ihrem Kern danach, ihre Art zu entwickeln und überlebensfähig zu machen - so auch wir Menschen. Und jeder einzelne von uns trägt einen ganz eigenen Teil dazu bei - aber dazu später mehr.  Wenn ich behaupte, dass der Sinn des Lebens die Evolution ist, steht ja dann erst einmal noch eine weitere Frage im Raum. Nämlich: Was ist denn aber der Sinn der Evolution?

Wo soll denn unsere Reise uns Menschen irgendwann hinführen, wo wir doch bereits die höchstentwickelten Wesen auf unserem Planeten sind?

 

Ich glaube daran, dass das Leben (Du kannst es auch Gott oder das Universum oder wie auch immer nennen) "will", dass wir bewusst werden. Was meine ich damit?

Uns Menschen unterscheidet von anderen Lebewesen auf der Erde vor allem unser Verstand. Wir sind in der Lage, komplexe Denkvorgänge zu haben. Wir können in unseren Gedanken die Vergangenheit immer wieder aufleben lassen, aber auch unsere Zukunft schon heute durchdenken. Wir können Schönes planen und wir können uns schon heute bildlich schreckliche Szenarien vor Augen führen, die uns verhindern lassen, bestimmte Situationen jemals auch nur im Ansatz zu erleben. Und wir besitzen eine komplexe Sprache, mit der wir in der Lage sind, all das, was in uns vorgeht, an andere weiter zu geben.

Im Gegensatz zu Tieren haben wir also schon ein Bewusstsein.

Aber wir nutzen es bis jetzt fast gar nicht! Die meisten von uns laufen tagtäglich durch die Weltgeschichte, ohne diese wirklich bewusst wahrzunehmen geschweige denn, sich wirklich Gedanken zu machen - weder über ihre eigenen Taten, noch über ihre eigenen Worte, noch über ihre eigenen Emotionen. Sie laufen einfach den Idealen anderer hinterher oder leben in den Emotionen ihrer Ur-Ahnen- und sind dabei absolut unbewusst. Aber:

Das Ziel allen Lebens ist Reines Bewusstsein!

Es wäre jetzt ein wenig zu komplex, hier umfangreich über verschiedene Ergebnise der Evolutionsforschung zu schreiben, aber vereinfacht gesagt, entwickeln sich Arten ja durch Gen-Übertragung weiter: Die Erfahrungen, die sie in ihrem Leben machen speichern sie in ihren Zellen ab und geben diese Informationen dann über ihre Gene wieder an ihre nachfolgenden Generationen weiter. Auch bei uns Menschen funktioniert der Weiterentwicklungsprozess so. Und zahlreiche Studien aus der Genetik belegen, dass wir Menschen über unsere Gene nicht nur Informationen über unseren Lebensraum an unsere Nachfahren weitergeben (was dann z.B. dazu führt, dass unsere Kinder größer werden als wir) sondern auch über mögliche Gefahren. Wir übertragen in unseren Genen auch Ängste und andere Gefühle wie Schuld oder Scham. Das alles geschieht natürlich eigentlich mit einer "guten Absicht" - unsere Nachfahren überlebensfähiger zu machen. Allerdings ist dies bei uns Menschen (wie bei Tieren oder Pflanzen) noch immer ein absolut unbewusster Prozess!

 

Der bekannte Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung sprach von einem "kollektiven Unbewussten", was uns Menschen (wie anderen Lebewesen auch) innewohnt. Das kollektive Unbewusste ist das Wissen unserer Vorfahren. Es ist eine Zusammenfassung aller Erfahrungen unserer Ahnen und Ur-Ahnen, die wir erst einmal von Geburt an ohne Hinterfragen übernehmen.

 

Und genau hier ist der Ansatzpunkt für unsere menschliche Entwicklung: Genau diese alten Ängste und Emotionen, die uns von unseren vorherigen Generationen mitgegeben wurden, sind es, die uns in unserem Wachstum blockieren! Ängste sind nur dann sinnvoll für unser Überleben, wenn es auch eine aktuelle, konkrete Bedrohung gibt (z.B. wir tatsächlich von jemandem angegriffen werden). Wenn wir aber ständig Ängste haben, die im Grunde Ängste unserer Ahnen sind und im Hier und Heute keine Daseinsberechtigung mehr haben, dann führt das definitiv nicht zu einem langen Leben, sondern eher im Gegenteil.

 

Ein gesundes Wachstum kann nur aus Liebe entstehen!

Und Ängste sind Blockaden, die keine gute Entwicklung ermöglichen. Ängste führen zu Krankheiten, Hass und Kriegen. Und die meisten unserer Ängste sind uns überhaupt nicht bewusst, sondern absolutes Unbewusstsein!

Demnach behaupte ich:

Der Sinn unseres Seins ist, unsere Ängste zu hinterfragen!

Ich habe mich früher oft gefragt, warum es im Leben so ist, dass man immer wieder und wieder auf sehr ähnlichen Personen, Situationen oder Aufgaben gestoßen wird und immer wieder angstbesetzte Szenarien aus seiner Kindheit förmlich reinszeniert? Heute glaube ich, dass genau das eben so sein soll: Wir sollen uns von alten Ängsten und Mustern lösen. Wir müssen mit unseren Ängsten immer wieder in Kontakt kommen, um sie irgendwann auflösen zu können. Wir sollen sie sehen und uns fragen: "Ist diese Angst im Hier und Heute wirklich berechtigt?", "Wessen Angst ist das eigentlich? Wirklich meine?" oder "Hilft mir diese Angst jetzt gerade bei irgendwas oder blockiert sie mich?". Nur durch ein bewusstes Wahrnehmen unserer Ängste können wir unser Verhalten aktiv verändern und Wachstum ermöglichen.

 

Und weißt Du was? Es gibt inwischen auch immer mehr neurologische und epigenetische Studien, die bestätigen, dass wir Menschen tatsächlich in der Lage sind, durch eine regelmäßige Veränderung unseres Verhaltens unsere Gehirnstrukturen und sogar unsere Gene (z.B. auf alte Angst-Informationen bezogen) zu verändern. Wir Menschen haben anderen Lebewesen also einen ganz, ganz entscheidenden Evolutions-Vorteil:

Wir können unsere Gene und damit das, was wir an Informatonen über unseren Lebensraum an unsere Nachfahren weitergeben, tatsächlich durch unser Bewusstsein verändern!

 

Und genau dafür braucht es jeden einzelnen von uns!

Jeder von uns ist auf dieser Welt, um einerseits selbst immer bewusster zu werden und andererseits andere Menschen mit der eigenen, authentischen Art auf deren Wegen voranzubringen. Wir alle sind hier, um uns Menschen vom kollektiven Unbewusstsein irgendwann zum kollektiven Bewusstsein zu führen!

 

Der Sinn Deines individuellen Lebens ist also, einen „Fußstapfen“ zu hinterlassen. Das muss nichts Riesiges sein.

Du musst kein Künstler sein, kein Autor, kein Wissenschaftler oder Politiker. Jeder von uns beeinflusst automatisch mit seinem Sein schon andere Menschen. Ich gehe davon aus, dass jeder von uns genau da, wo er im Leben ist, auch sein soll. Wir wollen uns so oft wehren, jemand anders oder wo anders sein. Aber es geht im Grunde darum, wir selbst zu sein. Es geht darum, authentisch zu sein und Dich nicht zu verstellen.

 

Wenn Du Dich so gibst wie Du wirklich bist, macht das schon etwas mit den Menschen um Dich herum. Es kann sein, dass einige Personen Dich nicht „mögen“, wenn Du Dein Herz auf der Zunge trägst. Es kann sein, dass jemand Dich ablehnt, wenn Du ehrlich bist. Es kann sein, dass jemand Dich kritisiert, wenn Du bewusst wirst. Aber genau das ist ja auch die Beeinflussung, die wir alle brauchen, um uns von unseren Ängsten zu lösen und neue Wege zu gehen. Genau das ist die Reise und der Sinn Deines individuellen Seins: Deine wahre Persönlichkeit, Dein Selbst zu entdecken und dann diesen besonderen Wert in die Welt zu geben.

Es geht im Leben darum, Wirklich Du selbst zu sein!

Für uns Alle!

Ich weiß, wie schwer das alles sein kann. Manchmal wirkt es viel leichter in alten Muster zu bleiben. Immer wieder in gleicher Art und Weise zu agieren. Aus Angst, von Menschen in Deinem Umfeld abgelehnt zu werden.

Aber das ist NICHT DER SINN DES LEBENS!

 

Als meine Klientin mich damals fragte, was denn für mich der Sinn meines Lebens sei, sagte sie noch etwas anderes. Sie sagte: "Du gehts immer so optimistisch durch´s Leben, Laura! Ich möchte auch daran glauben, woran Du glaubst! Das scheint Dich stets so mutig sein zu lassen!"

 

Ich finde mich selbst ganz oft gar nicht mutig. Auch ich habe so viele Ängste.

Aber manchmal, da höre ich einfach nicht auf meine Angst. Da werde ich achtsam, klar und bewusst!

Da höre ich auf mein Herz. Und das sagt mir dann:

Wir müssen im Leben manchmal neue Wege einschlagen. Wir müssen über unseren Schatten springen.

Wir müssen im Leben manchmal Menschen verletzen - auch unsere Liebsten! Wir müssen im Leben Veränderungen annehmen, um uns weiterzuentwickickeln. Wir müssen dem Leben vertrauen!

 

Und, was sagst Du? Wie siehst Du das? Was ist für Dich der Sinn unseres Seins?

Schreib mir gern hier in die Kommentare oder auf Facebook und Instagram!

 

Und im nächsten Artikel nehme ich Dich dann mit, wie Du denn nun endlich herausfiunden kannst, WER Du eigentlich bist, was denn nun DEIN Geschenk, DEINE individuelle Aufgabe, DEIN WEG ist!

 

Bis dahin wünsche ich Dir wundervolle Zeit und sende Dir ganz liebe Grüße

 

 

 

 

 

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